KFV-Lichtenfels e.V.


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Absturzsicherung

Fachbereiche

Modul Absturzsicherung – neue Ausbildung der Feuerwehren LK Lichtenfels
Text: Jochen Bauer, KBM • Fotos: Thomas Fischer-Feick


Im März 2012 wurde der Leitfaden für das „Modul Absturzsicherung“ zur einheitlichen Ausbildung der Feuerwehren in Bayern veröffentlicht.
Dank der schnellen Umsetzung der Lehrgangsgrundlagen durch die Ausbilder Dominik Hagel (Birkach), Christian Ziegler (Bad Staffelstein), Jan-Mirko Bauer (Lichtenfels), Matthias Nastvogel (Altenkunstadt) und Thomas Fischer – Feick (Weismain) unter Leitung von KBM Bauer konnte bereits im April 2012 der 20 – stündige Pilotlehrgang in Altenkunstadt angeboten und von zehn Teilnehmern erfolgreich absolviert werden.

Die Absturzsicherung ist bereits seit einiger Zeit ein zusätzliches Aufgabengebiet der Feuerwehren, nicht zuletzt die Unglücksfälle im Verlauf der Schneekatastrophe 2006 in Bayern haben die Wichtigkeit der Ausrüstung und Ausbildung geeigneter Kräfte notwendig gemacht.

Die Absturzsicherung dient in erster Linie der Sicherung der eigenen Einsatzkräfte in Arbeitsbereichen, wo der freie Fall des Kameraden nicht auszuschließen ist. Weiterhin kann die Absturzsicherung zur Sicherung von verletzten oder erkrankten Personen in absturzgefährdeten Bereichen herangezogen werden, jedoch
ausschließlich zur Sicherung, bis die Höhenrettung, in unserem Fall die Bergwacht aus Kulmbach oder Bamberg, eintrifft. Allein der Bergwacht obliegt es, aufgrund der erweiterten und sehr speziellen Ausbildung (70 h), Arbeiten und Rettungsarbeiten freihängend im Seil durchzuführen.

Da ein einziger Fehler zu erheblichen Verletzungen beim Einsatzpersonal führen kann (z.B. heftiges Anstoßen oder Hängetrauma), ist eine absolute körperliche Eignung (Einsatzhöhen bis 150 m!) und vor allem eine „Vorbelastung“ von Vorteil, z.B. ein Grundinteresse am Kletter- und Bergsport, Erfahrung in demselben oder sonstigem, einschlägigem Wissen (z.B. Baumkletterer). Mit der „Vorbelastung“ wird erreicht, dass das Interesse und die Konzentration des Teilnehmers auf die Details (Knotenkunde/Gerätekunde/ Anschlagpunkte) auch in Stresssituationen oder bei einem Einsatz mitten in der Nacht auf hohem Niveau bleibt und z.B. die Neigung zum Rettungseinsatz aus mangelnder Sachkenntnis sicher unterbleibt.

Zu den Einsatzbereichen der Absturzsicherung zählen:

Dächer


sehr schwieriges, steil abfallendes Gelände


Baustellen/Gerüste/Kräne


Türme


Kieswerke u. Steinbrüche


Strommasten/Freileitungen


Windkraftanlagen


Schächte, Gruben und Siloanlagen



Die Vorhaltung der Gerätesätze nach DIN 14800-17 ist derzeit auf die Standorte Ebensfeld, Birkach, Bad Staffelstein, Lichtenfels, Lichtenfels/Main, Michelau, Burgkunstadt, Altenkunstadt und Weismain aus Gründen der Einsatzwahr-scheinlichkeit und Beweglichkeit der Sätze beschränkt. Ferner kann so an jeweils zentraler Stelle die jährliche Geräteprüfung und die fortwährende Unterweisung des Personals sichergestellt werden. In Redwitz wird 2013 noch ein weiterer Gerätesatz angeschafft und damit eine flächenmäßige Abdeckung des Landkreises gewährleistet.

Ebenso wird die Zahl der ausgebildeten Kameraden im Landkreis in der Endstufe max. 35 – 40 Aktive betragen, um einen gleichbleibend qualitativen und v.a. hochwertigen Wissenstand beizubehalten. Eine Ausbildung in der breiten Masse erweist sich aus vorgenannten Gründen nämlich als Kontraproduktiv. Um die Tätigkeit ausführen zu dürfen, werden von jedem Teilnehmer zudem 3 Unterweisungen pro Jahr mit einem Ausbilder gefordert.

Der Lehrgangsinhalt umfasst eine 20 – stündige Schulung in Theorie und Praxis zu den Themen

Gerätekunde


Einsatzgrundsätze / Einsatzgrenzen


Knoten und Stiche, Sicherungstechnik


Anschlagpunkte


Arbeiten auf Dächern


Waagrechter und senkrechter Vorstieg



Die Alarmierung erfolgt je nach Stichwort für bis zu 2 Gerätesätze in der Erstalarmierung oder bei umfangreicheren Schadenslagen bzw. hohem Personalbedarf (bis zu 3 Kräfte je Satz) auf Nachforderung in Form einer Dispogruppe „Absturzsicherung“, die seit August 2012 separat alarmiert werden kann.


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