KFV-Lichtenfels e.V.


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Delegiertenversammlung 2015

Verband

Delegiertenversammlung 2015 des Kreisfeuerwehrverbandes im Landkreis Lichtenfels in Reundorf

Motivation zum Feuerwehrdienst
Text und Bild: Lutz Schneider (lsc)


Landkreis Lichtenfels - Die Mitgliedergewinnung war eines der Kernthemen der Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes am vergangenen Freitag in der Maintalhalle in Reundorf. Kommandanten und Vorsitzende, sowie die anwesenden Bürgermeister wurden über das vergangene Feuerwehrjahr im Bericht des Verbandsvorsitzenden Kreisbrandrat Timm Vogler informiert.
Die Zahl der aktiven Mitglieder im Landkreis ist im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig gesunken. 3573 aktive Feuerwehrdienstleistende, davon 223 Feuerwehrfrauen, 457 Jugendliche, davon 111 Mädchen sind ehrenamtlich in den Feuerwehren tätig. Sie haben im vergangenen Jahr 1.359 Einsätze bewältigt, d. h. pro Tag durchschnittlich drei Einsätze im Landkreis Lichtenfels.
Die Imagekampagne des Landesfeuerwehrverbandes läuft seit 2011 erfolgreich und hat auch bundesweit bereits Anerkennung bekommen. Es sei mehr denn je wichtig, neue Mitglieder zu erhalten. Vorsitzender Timm Vogler erklärt: „Die beiden Hauptziele für uns alle heute und morgen werden sein, zum einen die bereits vorhandenen Menschen jeden Alters und Herkunft zu motivieren, sich für die Gesellschaft auch weiter einzusetzen und zum anderen immer wieder begeisterungsfähige Menschen für unsere Feuerwehren zu gewinnen“. Der demographische Wandel wird spürbar die Mitgliederzahlen der Feuerwehren beeinflussen. Hier gilt es besonders entgegen zu wirken. Die Veränderung veranlasst mittlerweile sämtliche Führungskräfte zunehmend zu überlegen, wie der Brandschutz, die technische Hilfeleistung und die Sicherstellung des Rettungsdienstes inklusive der Wasser- und Bergrettung in jedem Ort des Landkreises auch in Zukunft noch sichergestellt werden kann. Die langfristige Perspektive sollte demnach eine „Feuerwehr für alle Bevölkerungsgruppen und in allen Lebensphasen sein, die offen ist für alle Menschen, jeder Bevölkerungsgruppe und jeder Generation in Bayern“, so Vogler.
Eine Maßnahme um der negativen Entwicklung des demographischen Wandels gegenzusteuern, ist die angestrebte Feuerwehrbedarfsplanung, welche der Kreisbrandrat Timm Vogler auf den Weg gebracht hat. Diese soll nun von den Kommunen bis 2016 umgesetzt werden. Ziel ist es festzustellen, wie viel Feuerwehr der Landkreis Lichtenfels benötigt, um dann die entsprechenden Weichen für die Zukunft zu stellen. Das Miteinander ist gefragt, die Feuerwehren der Zukunft werden noch enger zusammenrücken. Dies ist am Beispiel der interkommunalen Beschaffung von fünf Großtanklöschfahrzeugen vom Typ TLF 4000 schon geschehen. Hier konnte durch die gemeinsame Beschaffung baugleicher Fahrzeuge ein höherer Rabatt, sowie eine höhere Bezuschussung erreicht werden. Der Landkreis Lichtenfels ist hierfür bayernweit in einer Vorreiterrolle.
Zur Mitgliederwerbung erscheint in diesem Jahr die 21. Auflage der Feuerwehrzeitung des Landkreises Lichtenfels. Auch der Internetauftritt des Kreisverbandes weist auf die aktuellen Themen im Bereich der Freiwilligen Feuerwehren hin. Man macht sich auch Gedanken über soziale Netzwerke wie Facebook um speziell die Jugendlichen anzusprechen. Enorm wichtig ist aber auch die Nachwuchsförderung über Kinderfeuerwehren, von denen es im Landkreis mittlerweile zwölf Stück gibt.
Timm Vogler berichtet aber auch, dass der Freistaat Bayern die Feuerwehren bzw. Kommunen verstärkt unterstützt, indem er die Fördersätze rückwirkend zum ersten März erhöht. Die Bezuschussung für Feuerwehrfahrzeugen, aber auch die Stellplatzförderung für Feuerwehrhäuser sind im Schnitt um 25% gestiegen.
Er weist zusätzlich auf die Leistungen des Landesfeuerwehrverbandes hin. Freiplätze im Feuerwehrerholungsheim für Feuerwehrleute welche 40 Jahre aktiven Dienst geleistet haben oder ein neuer Brandübungscontainer wird zur Ausbildung der Atemschutzgeräteträger im Freistaat die nächsten Jahre auf Tour sein und jeder Landkreis wird eine mobile Miniatur-Schaum-Übungsanlage von der Bayerischen Versicherungskammer erhalten. Dies sind nur einige von weitreichenden Leistung, welche der Landesverband erreicht und für die bayerischen Feuerwehren auf den Weg gebracht hat.
Großes Lob sprach Vogler den Ausbildern im Landkreis aus, welche 2014 in rund 10.700 Ausbildungsstunden den Feuerwehrkräften das notwendige Rüstzeug für ihren Einsatzdienst mitgegeben haben. Durch diese ehrenamtliche Tätigkeit entsteht den Kommunen eine Kostenersparnis von rund 320.000 Euro im Jahr. Die Brandschutzerziehung unter Leitung von Sigrid Mager hat über 1.500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in den Kindergärten und Schulen im Landkreis zum komplexen Thema Brandschutz geschult und sensibilisiert. Die Ausbildung der Kinder hat mittlerweile in den Schulen und Kindergärten denselben Stellenwert wie die Verkehrserziehung, nur mit dem Unterschied, dass diese von hauptberuflichen Polizisten durchgeführt wird, die Brandschutzerziehung erfolgt aber auf rein ehrenamtlicher Basis.
Vogler weist auf die Ehrenamtskarte des Freistaates hin. Er hob hervor, dass aktive Feuerwehrdienstleistende mit abgeschlossener Feuerwehrgrundausbildung (Truppmann) eine Ehrenamtskarte und aktive Feuerwehrleute, welche mit dem Feuerwehrehrenzeichen des bayerischen Innenministers für 25- oder 40-jährige Dienstzeit ausgezeichnet wurden, eine unbegrenzt gültige goldene Ehrenamtskarte auf Antrag erhalten können.

Lob von den Kommunen
. Die stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Rießner richtet den Dank der Stadt Lichtenfels an die Ehrenamtlichen Hilfskräfte. Ihr Einsatz zum Schutz der Mitbürger verdient hohe Anerkennung. Sie wünscht allen anwesenden viel Kraft und Durchhaltevermögen für ihren Dienst.
Landrat Christian Meißner weist auf die Neuanschaffung der dritten Drehleiter hin, welche einstimmig im Kreisausschuss und dem Kreistag befürwortet wurde. Hier bestimmte das Verständnis und die Bereitschaft die notwendigen Investitionen für den Brandschutz zu tätigen den Beschluss. Meißner lobte das Engagement der Kreisbrandinspektion, allen voran Kreisbrandrat Timm Vogler bei der Vorbereitung der Feuerwehrbedarfsplanung. Hier war viel Einsatz, aber auch Überzeugungsarbeit zu leisten. Seinen Dank spricht er für das harmonische Miteinander und die gute Zusammenarbeit aus.

Partner der Feuerwehr. Die Feuerwehren im Landkreis erhalten immer wieder Hilfe vielfältiger Art aus der heimischen Wirtschaft. Die vorhandenen 118 Freiwilligen Feuerwehren und drei Werkfeuerwehren mit ausschließlich ehrenamtlichen Einsatzkräften bekommen zunehmend Probleme, bei Alarmen tagsüber während der Arbeitszeit auf qualifiziert ausgebildetes Personal in der gebotenen Eile und in ausreichender Zahl zurückgreifen zu können. Fakt ist andererseits, dass der Schutz und die Hilfe für die Bevölkerung als elementarer Teil der Daseinsvorsorge ohne die Freiwilligen Feuerwehren flächendeckend nicht leistbar wäre.
Mit der Aktion „Partner der Feuerwehr“ möchte der Kreisfeuerwehrverband Lichtenfels auf diese Problematik hinweisen und so die Situation im beruflichen Arbeitsumfeld der Feuerwehren verbessern helfen. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern, Feuerwehren und den für den Brandschutz verantwortlichen Kommunen zu fördern.
Es ist nicht immer leicht, Partner der Feuerwehr zu sein. Wenn es plötzlich mitten in einer Besprechung oder bei der Arbeit in der Werkstatt „piepst“ und daraufhin einige Mitarbeiter den Betrieb verlassen müssen. Diese Situation ist für das Unternehmen oft nicht ganz einfach. Hier gilt es häufig den Betrieb umzuorganisieren, um die Abläufe trotzdem am Laufen zu halten.
Die Unternehmen Preißinger Bau aus Kleinziegenfeld, RK-Montage aus Weismain, Steinwerke Neupert aus Kaider und Limmer und Söllner aus Altenkunstadt haben sich, trotz dieser Schwierigkeiten, in besondere Weise um das Feuerwehrwesen verdienst gemacht und werden deshalb zum Partner der Feuerwehr 2015 ernannt.

Von links: RK Montage – Dominik Lang, Steinwerke Kaider – Michael Neupert, Limmer & Söllner – Walter Limmer, Preißinger Bau – Johann Dornhöfer, Kreisbrandrat Timm Vogler

Personenehrungen. An der Versammlung wurden auch Personen ausgezeichnet, welche sich um die Feuerwehr besondere Verdienste erworben haben.
Das Feuerwehrehrenkreuz in Silber wurde an Jürgen Klemenz von der Feuerwehr Altenkunstadt, Roland Rösser Feuerwehr Kösten, Alfred Hümmer Feuerwehr Roth und Ehrenkreisbrandmeister Walter Tröster aus Burgkunstadt verliehen.
Die Feuerwehrehrenmedaille hat Joachim Wagner von der Feuerwehr Isling erhalten.
Auch Regierungsrat Klaus Langer erhielt die Feuerwehrehrenmedaille. Er war vom 01.02.1973 bis Ende 1978 Sachbearbeiter im Sachgebiet Feuerlöschwesen, Feuerbeschau, Katastrophenschutz und Rettungsdienst. Seit 1979 ist er Leiter des Sachgebietes Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Personenstands- und Ausländerwesen am Landratsamt in Lichtenfels. Für die Feuerwehren des Landkreises sowie die Kreisbrandinspektion Lichtenfels ist er seit mehr als 40 Jahre ein kompetenter und fachlich versierter Ansprechpartner. Zusammen mit allen Rettungsorganisationen wurden in seiner Amtszeit viele Großschadensereignisse bewältigt, zuletzt der Katstrophenalarm 2012 in Michelau oder der Gülleaustritt in Redwitz. Vorausschauende Planungen bei der Beschaffung von überörtlich eingesetzten Fahrzeugen und Geräten wie z.B. Drehleitern, Einsatzleitwagen und Rüstwägen oder die maßgebliche Beteiligung an der Einführung neuer Techniken für die Rettungsorganisationen, wie die stille Alarmierung, der Gleichwellenfunk oder Digitalfunk, kennzeichneten sein hervorragende Arbeit.

Dem stellvertretenden Leiter der Polizeiinspektion Lichtenfels ersten Polizeihauptkommissar Harald Göring wurde die Dankurkunde der Blaulichtorganisationen überreicht.

Von links: Landrat Christian Meißner, Harald Göring, RR Klaus Langer, Jürgen Klemenz, Roland Rössner, Alfred Hümmer, Walter Tröster, Joachim Wagner, KBR Timm Vogler.

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