KFV-Lichtenfels e.V.


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Dienstversammlung

Inspektion

Dienstversammlung der Feuerwehren
im Landkreis Lichtenfels am 13.11.2015 in Redwitz

Bild und Text: Thomas Micheel

Verabschiedung Klaus Langer
Klaus Langer (Mitte) wurde verabschiedet von (von links) EKBR Siegfried Kerner, Landrat Christian Meißner, Bürgermeister Christian Mrosek, Thomas Petrak (BRK), Tobias Eismann (BRK), Klaus Rübensaal (BRK), Stefan Murrmann (DLRG), Johannes Stich (THW), Siegfried Mischke, Peter Kunzelmann (ILS Coburg), Kreisbrandrat Timm Vogler

„Die Jugendarbeit funktioniert perfekt im Landkreis“, lobte KBR Timm Vogler auf der Dienstversammlung der Führungsdienstgrade der 117 Freiwilligen und zwei Werksfeuerwehren im Landkreis. Und die Zusammenarbeit der Feuerwehren betreffend stellte er fest: „Das Kirchturmdenken ist definitiv vorbei.“ So demonstrierten die Blaulichtformierten Zusammenhalt und erwiesen sich als große Familie.
In der voll besetzten Schulturnhalle der Albert-Blankertz-Schule brachte der Kreisbrandrat seine Freude zum Ausdruck, dass die vom Landesfeuerwehrverband Bayern konzipierte und gestaltete Imagekampagnen für die Freiwilligen Feuerwehren auf dem Land Wirkung zeigen und aktive Mitglieder für die Einsatzabteilungen gewonnen werden konnten.
Christian Mrosek, Bürgermeister der gastgebenden Gemeinde Redwitz, wertete in seinem Grußwort das Jahr 2015 als ereignisreich für die Feuerwehren und er erkannte viele gute Dinge. „Unsere Gemeinde finanziert viel“, ließ er angesichts der geplanten Maßnahmen für die Freiwilligen Feuerwehr in der Gemeinde wissen. Seinen Dank erstattete er für das Engagement im Ehrenamt.
Hauptkommissar Ralf Fenderl schätzte die Zusammenarbeit mit den Freiwilligen Feuerwehren in allen Bereichen. „Wenn wir sie brauchen, sind sie da“, unterstrich er. BRK Kreisgeschäftsführer Thomas Petrak bestätigte ebenso die gute Zusammenarbeit und er erkannte die Leistungsfähigkeit der Männer und Frauen. „Respekt, was da alles auf Rädern unterwegs ist“, zollte er Anerkennung. Der stellvertretende Leiter der Integrierten Leitstelle Coburg, Peter Kunzelmann, war sich gewiss, dass in den Uniformen Persönlichkeiten mit eigenen Ideen stecken. Die Planungen bedürfen dabei immer einer Anpassung und Änderung.
Seinem Bericht stellte KBR Vogler voran, dass es für Frauen bei den Feuerwehren, wie auch in der Gesellschaft, keine Grenzen und Beschränkungen gebe. Das Ergebnis der Kampagne könne sich sehen lassen. Die Frauen sah er als ideale Ergänzung der Einsatzabteilungen. Sie seien sehr vielseitig und würden vor allem dazu beitragen, dass die Einsatzbereitschaft rund um die Uhr auch zukünftig uneingeschränkt gewährleistet bleibt. Als Hauptziel für die Zukunft sah Vogler, dass sich begeisterungsfähige Menschen bei den Feuerwehren und Rettungsorganisationen weiterhin engagieren und so zur Sicherheit der Mitmenschen beitragen.
Zu den Fakten erläuterte der Kreisbrandrat, dass 1.358 alarmierte Feuerwehren im vergangenen Jahr zu Einsätzen gerufen wurden. Das entspreche einem Durchschnitt von drei Mal am Tag. Einen großen Anteil dabei machen die Einsätze auf Grund von Brandmeldeanlagen aus. Zudem wurden 472 Technische Hilfeleistungen und 287 Sicherheitswachen absolviert. Hinzu kommen 1.316 Übungen. „Das sind insgesamt 3.431 protokollierte Ereignisse. Pro Tag zehn“, stellte er heraus. „Und das alles ehrenamtlich!“ 44 Personen wurden bei Bränden gerettet, ergänzte Vogler, und bei THL-Einsätzen 49 Personen. Hinzu kommen fünf verletzte Feuerwehrkameraden. Für den Zeitraum von Beginn des Jahres bis zum 31. Oktober sind bereits 328 Einsätze für Brände, 346 Technische Hilfeleistungen, 300 Fehlalarmierungen und 211 Sicherheitswachen zu verzeichnen, was 1.185 Tätigkeiten zusammenkommen lässt. Den Mitgliederstand im Kreisfeuerwehrverband Lichtenfels zu Beginn dieses Jahres bezifferte Vogler mit 3.573, davon 223 Aktive weiblich, 2.893 Aktive männlich und 457 Jugendliche. Zusammen mit den 3.925 passiven und fördernden Mitgliedern und 424 Ehrenmitgliedern beläuft sich die Zahl der Gesamtmitglieder auf 7.922. Aufgelöst wurden die FF Zettlitz und die Werksfeuerwehr Kutzenberg. Die Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis verfügen über 191 Fahrzeuge und Anhänger. Viel werde auf Landkreisebene bezüglich der Mitgliedergewinnung getan.
Als Problem sprach Vogler an, dass es für die Feuerwehren im Landkreis mit ausschließlich ehrenamtlichen Einsatzkräften immer schwieriger werde, bei Alarmen tagsüber während der Arbeitszeit auf qualifiziert ausgebildetes Personal zurückgreifen zu können. Mit der Aktion „Partner der Feuerwehr“ soll auf diese Problematik hingewiesen werden und die Situation im beruflichen Arbeitsumfeld der Feuerwehren verbessern helfen.
Auf Grund des guten Erfolgen soll die Veranstaltung eines Kinderfeuerwehrtages fortgeführt werden. Beim Bezirkserwachsenenleistungsmarsch platzierten sich fünf Mannschaften aus dem Landkreis unter den Top 10, was der KBR als eine tolle Leistung sah. Höhepunkt war der erste Platz der FF Weismain bei 118 gestarteten Mannschaften. Weiter informierte Vogler über die Mobile Miniatur-Schaum-Übungsanlage sowie den neuen Brandübungscontainer zur Ausbildung.
Zur Feuerwehrbedarfsplanung merkte er an, dass das hochgesteckte Ziel, dass jede der elf Kommunen bis zum Frühjahr 2016 jeweils eine kommunale Feuerwehrbedarfsplanung verabschiedet, in greifbarer Nähe sei. Dabei gehe es um die Fragestellung „Wie viel Feuerwehr benötigen der Landkreis und seine Kommunen tatsächlich?“ Viele der in den Vorjahren geplanten Beschaffungen im Feuerwehrbereich wurden im Jahr 2014 und in diesem Jahr umgesetzt. Mittlerweile stehen vier neue Tanklöschfahrzeuge TLF 4000, der Gerätewagen Atemschutz / Strahlenschutz und ein neuer Rüstwagen RW in den Gerätehäusern. Die dritte Drehleiter für den Landkreis wurde im Frühjahr ausgeliefert. In den kommenden Jahren stehe nun eine zeitgemäße Ausrüstung der Ortsteilfeuerwehren mit modernen Tragkraftspritzenfahrzeugen an. Diesbezüglich freute er sich über die Erhöhung der Fördersätze für Fahrzeuge, Geräte und bauliche Maßnahmen um durchschnittlich 25 Prozent.
Besonders stellte der KBR heraus, dass die Zusammenarbeit bei den Freiwilligen Feuerwehren bereits erfolgreich praktiziert werde. Dies bringe für alle Beteiligten nur Vorteile. Die alten Denkmuster könne sich keiner mehr leisten. So sah er die Feuerwehrleute im eigenen Landkreis auf dem richtigen Weg und in einigen Dingen der Zeit voraus.
Seinen Dank richtete Vogler an das Amtsgericht Lichtenfels und die Sparkasse Coburg-Lichtenfels für die jeweilige finanzielle Unterstützung. Ein neues und zeitgemäßes Fahrzeug für die Brandschutzerziehung wurde erst kürzlich in den Dienst gestellt und die Brandschutzerziehung in Schulklassen und Kindergärten laufe perfekt.
Für das Teilstück des Neubaus der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Ebensfeld und Erfurt werden von der Deutschen Bahn AG mehr als fünf Millionen Euro für die Beschaffung von tunnelspezifischer Feuerwehrausrüstung für Bayern und Thüringen zur Verfügung gestellt.
Weiter berichtete Vogler aus der Kreisbrandinspektion sowie der Planungsgruppe Neubau Klinikum Lichtenfels, über Sicherheitsbegehungen und Ehrungsabende. Als wichtige Neuerung konnte er vermelden, dass das Aufrichten, bzw. Umlegen von Fahrzeugen bis maximal 1.900 Kilogramm mit tragbaren Leitern nur im absoluten Ausnahmefall bei einer Sofortrettung von Personen aus Lebensgefahr erfolgen darf. Die dabei verwendeten Leiterteile sind nach diesen nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch auszusondern. Neues hatte er über die Dieselmotoremission in Feuerwehrhäusern zu berichten und er führte aus, dass bei Motorsägearbeiten ein rundumlaufender Schnittschutz vorhanden sein müsse. Für die Eignungsuntersuchung sei ab diesem Jahr keine automatische Torax-Untersuchung mehr notwendig. 52 Lehrgänge wurden von 709 Teilnehmern besucht. Das sind 13.658 investierte Stunden in die Freizeit, die eine Kosteneinsparung für die Kommunen in Höhe von ca. 410.000 Euro pro Jahr gleich kommt. Mit deutlichen Worten verbot der KBR Fotos an Einsatzstellen zu veröffentlichen, bzw. ins öffentliche Netzwerk zu stellen.
„Die Zukunft besteht ausschließlich in einer gemeinsamen, engen Vorgehensweise“, schloss Vogler seine Ausführungen. „Solche Veranstaltungen wie heute mögen dazu diesen, die Kameradschaft innerhalb der Rettungsorganisationen zu stärken und das gemeinsame Ziel zu erreichen, anderen Menschen in Not zu helfen.“
Landrat Christian Meißner erkannte in den ausführlichen Überblick des Kreisbrandrats die Breite des Spektrums, in dem gearbeitet werde. Vieles sei im vergangenen Jahr auf die Schiene gestellt worden und auf Kreisebene werde an vielen Fäden gezogen. Der Landrat versicherte, an die Weiterführung des Ehrenamtes und die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehren zu glauben. „Ich vertraue auf die Freiwillige Feuerwehr und die Kompetenz der Kameraden“, so Meißner.
Eine Premiere bei der Dienstversammlung erlebte Achim Lieshaus als Nachfolger von Klaus Langer mit Mitteilungen aus dem Landratsamt. Er informierte über den Begriff „Asyl“ und die Unterbringung von Asylsuchenden im Landkreis Lichtenfels.
„Noch etliche Meilensteine stehen uns bevor, bis der Digitalfunk effektiv genutzt werden kann“, schaute KBI Ottmar Jahn in seinem Vortrag über den Digitalfunk voraus. KBI Gert Bauer stellte mit der Modularen Truppausbildung die Nachfolge der bisherigen Truppmannausbildung vor. Diese gliedert sich in das Basismodul, Ausbildungs- und Übungsmodul und das Ergänzungsmodul. Die FF Trieb lud ein zur Teilnahme am Kreisfeuerwehrtag mit 125 Jahre FF Trieb vom 20. bis 23. Mai 2016. Noch offen blieb die Vergabe für den Kreisfeuerwehrtag 2017.



Verabschiedung Klaus Langer

Auf der Dienstversammlung der Führungsdienstgrade der Freiwilligen Feuerwehren wurde nach 48 Jahren Dienst der Sachgebietsleiter Klaus Langer verabschiedet. Er war verantwortlich im Bereich Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Brand- und Katastrophenschutz.
Für die Feuerwehren des Landkreises sowie die Kreisbrandinspektion Lichtenfels war Langer seit mehr als 40 Jahren ein kompetenter und fachlich versierter Ansprechpartner, hob KBR Timm Vogler hervor. Zusammen mit allen Rettungsorganisationen wurden in dessen Amtszeit viele Großschadensereignisse bewältigt. Vorausschauende Planungen bei der Beschaffung von überörtlich eingesetzten Fahrzeugen und Geräten oder die maßgebliche Beteiligung an der Einführung neuer Techniken für die Rettungsorganisationen kennzeichneten seine hervorragende Arbeit. Maßgeblich habe er bei der Entwicklung und Umsetzung vieler Projekte mitgewirkt. „Die Zusammenarbeit mit ihm war vertrauensvoll und kameradschaftlich“, war der KBR voller Lob.
Die Laudatio hielt KBI Gert Bauer. Er schaute zurück auf den Beginn Anfang der 70er Jahre im Bereich „Feuerlöschwesen, Feuerbeschau, Katastrophenschutz und Rettungsdienst“. Seit Ende der 70er Jahre war er Leiter des Sachgebietes Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Brand- und Katastrophenschutz mit einem vielfältigen Aufgabenpotential. Begleitet wurde seine Amtszeit von zahlreichen historischen Ereignissen, wie unter anderem dem „kalten Krieg“, dem Fall der innerdeutschen Grenze und aktuell der Unterbringung, Registrierung und Betreuung der vielen politisch verfolgten Flüchtlinge. Als Organisator des „Arbeitskreises Katastrophenschutz“ habe er sich ebenso bleibende
Verdienste erworben, wie als kompetenter Ansprechpartner aller Baulichtorganisationen.
Ein hervorragendes Fachwissen war Garant dafür, dass die vielen Aufgaben im
Katastrophenschutz, bei den Feuerwehren und den Rettungsdiensten auf den Weg gebracht werden konnten. Bauer beleuchtete die Vielzahl an Aufgaben, in denen sich Langer ausgezeichnet hat. Die Kreisbrandinspektion Lichtenfels habe er unter den Kreisbrandräten Dieter Neumann, Sigfried Kerner und Timm Vogler begleitet und immer mit den aktuellsten Informationen versorgt. In vielen hundert Dienstbesprechungen und Kommandantenversammlungen habe er sein Fachwissen an die Feuerwehrkameradinnen und –kameraden weitergegeben.
Neben dessen Tätigkeit für das Landratsamt Lichtenfels seien es aber auch gerade die Charaktereigenschaften, welche in Erinnerung bleiben. Mit einem Schuss Humor habe er seinem nahenden Dienstzeitende entgegengearbeitet.
KBI Bauer sagte stellvertretend für die vielen, ehrenamtlich und hauptamtlich engagierten Hilfs- und Rettungskräfte Dank für die aufopferungsvolle Tätigkeit zum Wohle und zur Sicherheit der Landkreisbewohner.
Ein Film über die Arbeit von Klaus Langer, zusammengestellt von Sigrid Mager, ließ noch einmal seine Arbeit und sein Tun Revue passieren. „Standing Ovations“ unterstrichen am Ende Langers Beliebtheit.
„Meine Fehler habt ihr großzügig verschwiegen“, wandte er sich noch einmal „an seine Leute“. „Ich habe mich bemüht, die mir vorgeschriebenen Arbeiten so zu bewältigen, wie es vorgeschrieben ist“, befand er. Von Anfang an habe er den Einsatzorganisationen Respekt gezollt. Sein Dank galt für die Unterstützung und an die vielen Weggefährten.



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